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Einführung
 

Faszination SHO – 'Eine Schrift wie ein Bild'
Japanische Schriftkunst, auch: Japanische Kalligraphie

Japanische, chinesische und auch deutsche Texte 'mit dem Herzen' geschrieben. Eine Definition der Schriftkunst, die im 'Land der aufgehenden Sonne' (Japan), im 'Land der Morgenstille' (Korea') und im 'Reich der Mitte' (China) noch heute gilt.

Mit Pinsel und Tusche Gefühle, Empfindungen ausdrücken, Flächen schwarz-weiß und Linien: Bewegung – Ruhe zu einer Einheit verbinden, mit der Schönheit der Zeichen den Betrachter direkt ansprechen. Diese Zwiesprache ist möglich, auch ohne die Bedeutung der Zeichen, ohne unbedingt den Inhalt des geschriebenen Textes zu kennen: Die Faszination ostasiatischer, 'auf den Punkt' gebrachter graphischer Kunst, wie sie sich in den für uns abstrakten Schriftzeichen darstellt.

Auch in Japan kann diese Kunstrichtung auf eine lange Tradition zurückblicken. Die älteste in Japan überlieferte Handschrift stammt aus dem sechsten Jahrhundert. Der Schreibkünstler Kuukai (Kooboo Daishi) der von 774 bis 835 lebte gilt als Vorbild aller 'SHO-ka' (Schreibkünstler).

Die japanische Sogen-Shodo-Gesellschaft ('Kai'), deren aktives Mitglied ich seit 1987 bin, ist eine der größten und bedeutendsten von ca. sechzig SHO-Gesellschaften in Japan, die das Schreiben mit dem Pinsel lehren. Die Mitgliederzahl liegt bei mehreren tausend Japanern mit einigen wenigen Ausländern. Etwa sieben Prozent der über fünfzehnjährigen Japaner befassen sich mit dieser Kunst.

Die Sogen-Shodo-Gesellschaft widmet sich sowohl klassischen als auch modernen Stilrichtungen; sie hat durch Ihren Gründer und langjährigen Präsidenten (Kaneko Outei, 1906-2001) auch ihren eigenen, modernen SHO-Stil entwickelt.

Aber man kann SHO nicht nur als Betrachter genießen, sondern es auch aktiv ausüben. In Nürnberg und Fürth nehmen SchülerInnen von mir seit einigen Jahren erfolgreich an der Ausbildung nach den Richtlinien der Sogen-Shodo-Gesellschaft teil, und damit auch am japanischen Bewertungssystem. Dieses beginnt mit den ersten 'Gyu'-Einstufungen für Anfänger, führt über die diversen 'Dan'-Stufen der Fortgeschrittenen bis zum Meistergrad ('Shihan').